Photovoltaik – weniger Kosten, mehr Unabhängigkeit.

Photovoltaik - Strom vom eigenen Dach sinnvoll nutzen

1. Vorteile einer PV-Anlage

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom direkt am Gebäude. Hausbesitzer beziehen dadurch weniger Strom aus dem Netz und ihre laufenden Stromkosten sinken. Der größte wirtschaftliche Vorteil entsteht durch Eigenverbrauch: Selbst genutzter Solarstrom ersetzt teuren Netzstrom.

Besonders attraktiv ist PV, wenn der Strombedarf steigt, etwa durch Wärmepumpe, Elektroauto, Homeoffice oder steuerbare Haushaltsgeräte. Zusätzlich verbessert eine PV-Anlage die Klimabilanz des Gebäudes und kann die energetische Qualität der Immobilie erhöhen.

2. Aufbau eines PV-Gesamtsystems

Ein PV-System besteht aus mehreren Komponenten. Die PV-Module erzeugen Gleichstrom, der Wechselrichter wandelt ihn in nutzbaren Haushaltsstrom um. Ein Batteriespeicher kann überschüssigen Solarstrom für Abend und Nacht speichern.

Ein Smart Meter bzw. Zweirichtungszähler misst sowohl Strombezug als auch Einspeisung. Wird ein intelligentes Messsystem eingebaut, ist diese Zweirichtungsmessung Teil des digitalen Systems. Ein Energiemanagementsystem kann zusätzlich Speicher, Wallbox, Wärmepumpe und Haushaltsverbraucher so steuern, dass möglichst viel Solarstrom im Haus genutzt wird.

 

3. Wann sich Photovoltaik lohnt / Preisniveau

Ob sich eine PV-Anlage lohnt, hängt u. a. ab von: 

  • Dachfläche (Größe, Ausrichtung)
  • Verschattung
  • Investitionskosten
  • Stromverbrauch 
  • und Eigenverbrauchsanteil

Je mehr Solarstrom direkt genutzt wird, desto besser ist in der Regel die Wirtschaftlichkeit.

Preisniveau: Kostenlose Verbraucherquellen nennen für schlüsselfertige PV-Dachanlagen ohne Speicher aktuell grob 1.100–1.600 €/kWp bei durchschnittlichen bis größeren Anlagen. Kleine Anlagen um 5 kWp können pro kWp deutlich teurer liegen, etwa um 2.000 €/kWp. Die Preise enthalten typischerweise Montage, variieren aber stark nach Dach, Gerüst, Zählerschrank, Wechselrichter, Region und Anbieter.

Eine aktuelle Preisübersicht nach Leistungsstufen finden Sie beim Stromanbieter Lichtblick (Jan. 2026). 

Solaranlage Kosten » Was kostet eine PV-Anlage 2026? | LichtBlick

4. Gesetze und Regulierungen

PV-Anlagen müssen beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister registriert werden. Für eingespeisten Strom gibt es eine gesetzlich geregelte Einspeisevergütung nach EEG.

Für neue Gebäudeanlagen bis 10 kW mit Inbetriebnahme vom 1. Februar 2026 bis 31. Juli 2026 gelten typischerweise:

  • Teileinspeisung: ca. 7,78 ct/kWh
  • Volleinspeisung: ca. 12,34 ct/kWh

Die Bundeswirtschaftsministerin will die fixe Einspeisevergütung ab 2027 für neue PV-Anlagen bis 25 kWp installierter Leistung aus Kostengründen streichen. Private Solaranlagen würden sich ohne Förderung rechnen, so ihre Begründung.

Das Solarspitzengesetz soll Erzeugungsspitzen reduzieren. Für neue PV-Anlagen entfällt in Zeiten negativer Börsenstrompreise die EEG-Vergütung; der Vergütungszeitraum wird dafür verlängert. Zudem kann die Einspeiseleistung neuer Anlagen übergangsweise begrenzt werden, bis Smart Meter und Steuerungseinrichtung vorhanden sind.

5. Förderung, Finanzierung und Steuern

Eine Investitionsförderung gibt es bundesweit nicht mehr. Aber Frankfurt am Main fördert über den „Klimabonus“ Solaranlagen (20 %), Solar-Gründächer (30 %) und Batteriespeicher (20 %).

Auf Bundesebene gibt es nur eine Finanzierung über das KfW-Programm „Erneuerbare Energien – Standard 270“ möglich. 

Steuerlich sind typische private PV-Anlagen deutlich vereinfacht. Einnahmen aus vielen kleineren Anlagen sind nach § 3 Nr. 72 EStG einkommensteuerfrei. Für typische Einfamilienhäuser ist insbesondere die Grenze von 30 kWp relevant. Außerdem gilt für Lieferung und Installation vieler PV-Anlagen seit 2023 ein Umsatzsteuersatz von 0 %.

Zur schnellen Übersicht

  • PV senkt Stromkosten vor allem durch Eigenverbrauch, da der Preis für Netzstrom deutlich über der Einspeisevergütung liegt.
  • Wärmepumpe, Elektroauto und steuerbare Verbraucher (bspw. Klimaanlage) verbessern die eigene Nutzung des Solarstroms.
  • Notwendige Systemkomponenten zur Optimierung sind Smart Meter, Batterie-speicher und Energiemanagement.
  • Die Stadt Frankfurt am Main fördert Investitionskosten für Solaranlagen und Batteriespeicher noch mit 20%
  • Wird die Einspeisevergütung wie zur Zeit geplant abgeschafft, sinkt die Rentabilität neuer PV-Anlagen ab 2027.
  • Die Preise für Photovoltaik sind aktuell günstig - mehrere Angebote und eine unabhängige Prüfung schützen vor überhöhten Preisen.

PVT in Abgrenzung zu PV und Vorteil

PV erzeugt Strom. PVT kombiniert Photovoltaik und Solarthermie in einem Modul. Dadurch entstehen Strom und Wärme auf derselben Fläche.

PVT kann interessant sein, wenn wenig Dachfläche vorhanden ist oder eine Wärmepumpe unterstützt werden soll. Die Wärme aus dem PVT-System kann die Effizienz des Gesamtsystems verbessern. Gegenüber reiner PV ist PVT jedoch komplexer und meist teurer. Deshalb sollte der Zusatznutzen im konkreten Gebäude sorgfältig geprüft werden. 

Förderung in Frankfurt am Main

Frankfurt am Main fördert über den „Klimabonus“ unter anderem Solaranlagen und Batteriespeicher. Nach aktueller städtischer Darstellung beträgt die Investitionsförderung für Solaranlagen 20 % der förderfähigen Kosten, für Solar-Gründächer 30 % und für Batteriespeicher 20 %.

Förderprogramme können sich ändern oder ausgeschöpft sein. Vor einer Beauftragung sollten daher die aktuellen Bedingungen, Fristen und verfügbaren Mittel direkt bei der Stadt Frankfurt geprüft werden.

Quelle:  https://frankfurt.de/themen/klima-und-energie/stadtklima/klimabonus

Tipps zum Kauf / Vorgehen

Tipps zum Kauf einer PV-Anlage

  1. Bedarf und Voraussetzungen prüfen: Stromverbrauch, künftige Verbraucher, Dachzustand, Ausrichtung, Verschattung und Zustand Zählerschrank klären.
  2. Unabhängige Beratung nutzen: Verbraucherzentrale, Energieberater, PV-Fachplaner, Dachdecker, Elektrofachbetrieb, Steuerberater oder Hausbank einbeziehen.
  3. Zwei bis drei vergleichbare Angebote einholen.
  4. Leistungsumfang genau vergleichen: Lieferung / Montage + Gerüst, Zählerschrank, Anmeldung, Netzanschluss, Monitoring, Inbetriebnahme und Dokumentation prüfen.
  5. Komponenten bewerten: Module, Wechselrichter, Speicher, Energiemanagement, Wallbox- und Notstromfähigkeit vergleichen.
  6. Preise getrennt prüfen: PV-Anlage nach €/kWp, Speicher nach €/kWh nutzbarer Speicherkapazität bewerten.
  7. Speicher realistisch dimensionieren: Nicht größer wählen als sinnvoll nutzbar.
  8. Wirtschaftlichkeit kritisch prüfen: Ertragsprognosen, Eigenverbrauch, Speicherverluste, Strompreisannahmen, Autarkiequote und Monatsrate hinterfragen.
  9. Anbieter und Vertrag prüfen: Referenzen, Garantien, Zahlungsplan, Service, Subunternehmer und vollständige Vertragsunterlagen kontrollieren.
  10. Vor Vertragsabschluss fachlich prüfen lassen, ob Preis, Komponenten und Leistungsumfang zusammenpassen.
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